Glücksmomente 07/26: Kürbis. Komitee. Kopfhörer.

Endlich wieder Kürbiszeit

Bei uns sind die ersten Kürbisse eingezogen. Erst einmal ganz vorsichtig als Deko. In Schwarz und Weiß. Im Haus, vor dem Haus, hier einer, da einer. Ich mag die runden Knirpse. Sobald die Kürbisse in großen Scharen im Supermarkt  auftauchen, ist für mich offiziell Herbstanfang und ich bin kürbis-addicted.

Wobei ich zugeben muss: Als Deko finde ich Kürbisse gut. Auf meinem Teller finde ich sie besser. Und am allerbesten finde ich das passende Pumpkin Spice als Gewürz in meiner Müslischüssel.

Kürbis mag ich in vielen Variationen. Mal grob geschnitten und im Ofen geröstet, mal fein püriert als Suppe. Bei der Suppe wechsele ich munter durch: ob mit Orangensaft, Kokosmilch oder ordentlich Chili. Ein traditionelles Kürbissuppenrezept gibt es bei mir nicht. Ich koche eher nach Lust und Kühlschrankinhalt. 

Nach Feierabend lieb ich`s noch unkomplizierter. Hier mein Rezept für schnellen Feta-Kürbis aus dem Airfryer (aus dem Ofen schmeckt’s genauso gut):

  • Hokkaido-Kürbis (Bio, geputzt, mit Schale) bei 180 bis 200 Grad für circa 20 Minuten in den Airfryer (oder Ofen) geben,
  • dazu Feta in Würfeln, 
  • ein Esslöffel (gekaufter) Kürbiskerne, 
  • ein bis zwei Esslöffel Olivenöl 
  • und eine Prise von dem, was ich in meiner Gewürzschublade so finde: Oregano, Thymian oder zum Beispiel Rosmarin. 
  • Dazu kombiniere ich Skyr, griechischen Joghurt, Quark – irgendetwas Cremiges eben. 

Fertig. Satt. Glücklich. 

Wenn ich jetzt im Herbst jeden Tag Kürbis essen würde, hätte ich täglich mindestens einen Glücksmoment. Vielleicht probiere ich das ab morgen einfach mal aus. Ich werde berichten. 😉

Begrüßungskomitee

Der Eingangsbereich unseres Hauses ist so etwas wie unsere persönliche Empfangshalle – nur ohne Kronleuchter und roten Teppich. Ich mag es, freundlich begrüßt zu werden. Und da weder Butler noch Portier zur Verfügung stehen, müssen Pflanzen diesen Job übernehmen.

Also pflanzte ich gleich zu Beginn eine meterlange Doppelreihe Schneeballhortensien an der Hauswand entlang. Dazu gesellte sich im Frühjahr eine Japanische Säulenzierkirsche, die sich redlich bemüht, Eleganz und Anmut in unseren Vorgarten zu bringen. Ein ziemlich nettes Begrüßungskomitee, wie ich finde.

Gegenüber von unserem Hauseingang stand lange ein kleiner Dschungel aus alten, „lebensmüden“ Koniferen, die mehr Licht schluckten als schön waren. Mein Mann nahm sich ihrer im vergangenen Herbst an: Erst fiel er äußerst unsanft von der Zypresse, schließlich die Zypresse selbst. Und plötzlich war da Platz. Viel Platz – und der wollte gefüllt werden.

Mit einem natürlichen Sichtschutz zum Nachbarn hatten wir im Herbst bereits begonnen. Wir hatten uns für eine Ligusterhecke entschieden, die wir in London gesehen hatten: schnell wachsend, dicht, immergrün. 

Sie bildet den grünen Hintergrund für all das, was ich in der Regel in Dreier-Gruppen in den vergangenen Wochen davor gesetzt habe:

  • Rispenhortensien
  • Rhododendren
  • Azaleen
  • Lampenputzergräser Hameln
  • Pampasgräser
  • eine Felsenbirne
  • Wollziest
  • Lavendel
  • Eukalyptus
  • Zierlauch (Zwiebeln)
  • Pfingstrosen

Während mein Mann die Löcher buddelte, setzte ich die Pflanzen, richtete sie aus, goss sie und verteilte den ersten Dünger, womit ich bei unserer Arbeitsteilung wieder einmal eindeutig mehr Aufgaben hatte als mein Mann. Und jetzt wächst und gedeiht alles in unserem Vorgarten-Beet: noch relativ klein, aber endlich komplett.

Oftmals ist Glück keine große Sache. Manchmal sind es Setzlinge, Ableger und Zierlauch-Zwiebeln und das gute Gefühl, am Ende des Pflanzjahres direkt vor dem Eingang eine Lücke geschlossen zu haben. Besser kann man doch gar nicht begrüßt werden.

Mit Hilfe von KI habe ich für euch einen Pflanzplan zu meinem Eingangsbeet erstellt – falls ihr noch Inspirationen für eure Beete sucht… 🙂

Drei Bücher, drei Stimmen

Mein Tag hat nur 24 Stunden. Viel zu wenig, wie ich finde. Kein Wunder, dass ich Hörbücher liebe. Gleich drei habe ich in den vergangenen Wochen gehört. Das Schöne daran: Ich habe die Hände frei für die Dinge des Alltags und bekomme gleichzeitig den Kopf frei von den Themen des Alltags. Multitasking, das bei mir aus Zeitmangel Lebensqualität macht.

Beim Laufen begleitete mich Can’t Hurt Me von David Goggins, beim mühsamen Abkratzen der Tapete von der Gästezimmerdecke Die innere Oma von Franca Cerutti und beim Auskratzen der Fugen unserer Einfahrt Ikigai von Ken Mogi. Drei ganz unterschiedliche Bücher, aus denen ich einiges für mich mitgenommen habe und die ich auch euch ans Herz legen möchte.

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Can’t Hurt Me – David Goggins

Ein Buch über Willenskraft, Durchhaltevermögen und die eigenen Grenzen. David Goggins erzählt in Can`t Hurt Me seine außergewöhnliche Lebensgeschichte: von einer schwierigen Kindheit über seinen Weg zu den Navy SEALs bis hin zu seiner Karriere als Ultramarathonläufer. Goggins‘ Lebensgeschichte ist eine einzige Herausforderung. Immer wieder setzt er sich schier unerreichbare Ziele, die für die meisten von uns unvorstellbar klingen – und zieht seine Challenges durch. Selbst nach schweren Verletzungen steht für ihn Aufgeben nicht zur Debatte. Er kämpft, steht nach Rückschlägen immer wieder auf und gibt sich selten mit dem Erreichten zufrieden. Ich dachte, ich sei resilient. Goggins ist definitiv resilienter-er-er-er-er… . 😉

Was ich für mich mitgenommen habe: durchhalten. Nicht gleich wieder aufgeben. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Wir sind oft zu schnell bereit zu sagen „Das geht nicht“ anstatt unter Umständen auch mal an unsere Grenzen zu gehen. 

Dieses Buch ist anders als das, was ich sonst lese – aber gerade deshalb hat es mich beeindruckt. Unbedingt auf Englisch hören: Goggins spricht selbst, im Dialog mit einem Journalisten, seine Stimme macht die Geschichte authentisch. 

Buch „Ikigai“ von Ken Mogi | Der japanische Weg zu einem erfüllten Leben – SCHEE
 

Ikigai – Ken Mogi

Nach der geballten Energie von David Goggins war Ikigai von Ken Mogi für mich ein wunderbar leichtes Gegenprogramm. Ken Mogi nimmt uns mit in die japanische Lebenswelt und erklärt das Konzept des Ikigai – die ganz persönliche Freude und Sinnhaftigkeit, die uns morgens aufstehen lässt. Dabei geht es um die kleinen Dinge ebenso wie um die großen Themen des Lebens: Achtsamkeit, Neugier, Hingabe und Freude an dem zu finden, was man tut.

Ich mochte besonders die leise, unaufgeregte Art, mit der Ken Mogi über das Leben erzählt. Es muss nicht immer höher, schneller, weiter sein. Oft liegt das Glück in Ritualen, einer Tätigkeit, die man liebt, oder einem gegenwärtigen Augenblick, den man ganz bewusst erlebt.

Für mich ist Ikigai ein Buch zum Innehalten. Leichte, bekömmliche Kost für Schöngeister. Eine angenehme Erinnerung daran, dass Glück nicht immer spektakulär sein muss. In der Druckversion ist es ein schönes Buch zum Verschenken. Für mich die passende Hörlektüre nach einem langen Arbeitstag und perfekt für alle, die gern ein bisschen weiter über den Sushi-Tellerrand schauen.

 
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Die innere Oma – Franca Cerutti

Nachdem wir hoffentlich unserem inneren Kind ein gemütliches Zuhause eingerichtet haben, darf nun Die innere Oma von Franca Cerutti bei uns einziehen. Sie steht für Gelassenheit, Lebenserfahrung und einen liebevolleren Umgang mit uns selbst. Franca Cerutti verbindet psychologische Erkenntnisse auf lockere Art mit alltagsnahen Gedanken: Wir müssen nicht jede Situation zerdenken und schon gar nicht alles perfekt machen.

Mir gefällt die Idee, sich in schwierigen oder stressigen Momenten einmal zu fragen: Was würde meine innere Oma jetzt dazu sagen? Also ich mit 75, einem Dutt voller weißer Haare, jeder Menge Lachfalten und einem Buch in der Hand auf unserer Gartenbank sitzend? Vermutlich würde sie manches mit deutlich mehr Gelassenheit betrachten als ich zum heutigen Zeitpunkt.

Für mich ist dieses Buch eine lockere, lebensnahe Portion Psychologie für den Alltag – und eine schöne Erinnerung daran, nicht immer so streng mit sich selbst zu sein.

Während ich abends nach einem langen Tag oft keine einzige Buchseite mehr umblättern kann und mag, bekomme ich über meine Kopfhörer trotzdem noch jede Menge Lesestoff. Bücher zu lesen, bildet, tröstet und macht glücklich. Bücher zu hören, schenkt mir darüber hinaus etwas besonders Wertvolles: zusätzliche Zeit.

Und wenn dabei auch noch die Einfahrt sauber wird, ist das für mich ein Glücksmoment.

Macht es euch schön!
Herzliche Grüße
Sarah

* Dieser Beitrag enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung für Bücher, die ich aus eigener Überzeugung und ohne Gegenleistung zeige bzw. erwähne.

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