Glücksmomente 08/26: Gym. Goldener Herbst. Gästezimmer.

Glücksmomente 08/26: Gym. Goldener Herbst. Gästezimmer.

Bauch. Beine. Oh no.

Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Satz noch einmal schreiben werde. Ich spüre richtig, wie die Buchstaben misstrauisch zögern, während sie sich zu folgenden Worten aneinanderfügen:

Ich gehe jetzt ins Gym.

Und nun sträuben sich die Vokale und Konsonanten noch mehr, weil ich das Wort „jetzt“ rausnehme und es durch eine ungeheuerliche Buchstabenfolge ersetze: gern. Folglich müssen meine schockierten Buchstaben, die das überhaupt nicht gewöhnt sind, genauso wenig wie ich den Weg ins Gym gewöhnt bin, folgenden Satz bilden:

Ich gehe gern ins Gym.

Punkt. Zu einem Ausrufezeichen konnte ich meine zutiefst erschütterte Tastatur nun wirklich nicht bewegen.

Stattdessen bewege ich mich. Mehrmals pro Woche. Zuerst ins Auto, dann ins Gym. Dort bewege ich mich auf dem Crosstrainer, Laufband oder zum Beispiel Stairmaster, auf Höllengeräten wie Latzug, Beinpresse, Beinbeuger oder Rudergerät. Und ich habe – Achtung, liebe Buchstaben, bitte nicht noch mehr erschrecken – sogar Spaß dabei. Das schreibt sich in diesem seltenen Fall übrigens mit ß, liebe Buchstaben.

Mit Sido auf dem Laufband

Ich habe mich im Fitnessstudio angemeldet, weil Laufband und Kraftstation in unserem Keller zwar super sind, mein neues Gym aber schlichtweg besser ausgestattet ist. 

Gut. Ich schwitze. Das mag ich nicht. Und es ist anstrengend. Das mag ich schon mal gar nicht. Aber ich habe mein Smartphone dabei, Sido und Ski Aggu auf den Ohren und verarbeite in meinen neuen Glücksmomenten all die Nicht-Glücksmomente der Woche. Gleichzeitig schaue ich entweder Netflix auf meinem Handy oder Insta-Stories von Influencern. Oder ich schaue den Influencern in meinem Fitnessstudio dabei zu, wie sie Vorher-Nachher-Insta-Stories auf ihrem Handy machen.

Fun Fact: Auch ich mache inzwischen Spiegel-Selfies. Vorher. Nachher. Dazwischen: 60 lange Minuten. Das Ergebnis: Ich sehe auf beiden Fotos gleich aus. Aber darum geht es schließlich nicht. Ich mache jetzt Spiegel-Selfies mit Glitzersocken und silbernen Sportschuhen. Im Gym. Punkt. Das hätte ich wirklich nicht kommen sehen. Mein Wortschatz übrigens auch nicht. Der muss jetzt erstmal trainieren.

Vorher
Nachher
Nachher

Vorher: Arbeitszimmer. Nachher: Gästezimmer.

Pünktlich zum 3. Geburtstag unseres Hauskaufs haben wir wieder ein Projekt abgeschlossen: die Renovierung unseres Arbeitszimmers aka Gästezimmer. Yppieeeh!

Seit der Schlüsselübergabe haben wir in den vergangenen drei Jahren nach und nach fast alle Räume von Grund auf renoviert. Bis auf das Familienbad und unser Schlafzimmer im Obergeschoss. Und eben unser Arbeitszimmer, das mein Mann und ich uns teilen. Da in wenigen Wochen eine Austauschschülerin aus Australien bei uns wohnen wird, wollten wir das Arbeitszimmer vorübergehend in ein Gästezimmer verwandeln. Also haben wir die Gelegenheit genutzt, Tabula Rasa zu machen und den Raum zu renovieren. 

Das alte Parkett sieht noch super aus. Der Rest bekam dafür ein Makeover in Form von:

  • Tapeten runter – mein Mann an den Wänden, ich an der Decke. 😉
  • Frisch tapeziert und alles weiß gestrichen.
  • Den Heizkörper weiß gesprüht.
  • Rollogurt und Abdeckungen erneuert.
  • Alte Steckdosen gegen neue ausgetauscht.
  • Zarge weiß gestrichen, Türblatt ausgetauscht.

Möbel-Puzzle

Für die vorübergehende Verwandlung des Arbeitszimmers in ein Gästezimmer haben wir außerdem Möbel-Puzzle für Fortgeschrittene gespielt: Der Schreibtisch ist nach oben in unseren zweiten Arbeitsbereich gewandert. Unser praktischer Schlafsessel, den wir extra für Gäste gekauft haben, wurde kurzerhand vom Sessel zum Bett umfunktioniert. Den leergeräumten Aktenschrank machten wir mit einer Kleiderstange zum Kleiderschrank. Und aus unserem Schlafzimmer haben wir noch eine kleine Kommode mit Sitzmöglichkeit geklaut. Unser Besuch soll sich schließlich während der knapp drei Wochen möglichst genauso wohl fühlen wie wir in diesem Haus während der vergangenen drei Jahre.

Mein Glücksmoment: Wieder einen Raum fertig zu haben und wieder das wohltuende Gefühl zu genießen, dass dieses Haus ein Stück mehr zu unserem eigenen wird. Voller Vorfreude schauen wir jetzt auf den Besuch unserer Gastschülerin. Und voller Nachfreude schaue ich auf die vergangenen drei Jahre und all die Projekte in unserem Haus zurück. Der ganze Schmutz, Schweiß, die Kosten und kleinen Nervenzusammenbrüche 😉 haben sich gelohnt. Und schon bald darf hier erstmal jemand anderes einziehen. Zumindest für ein paar Wochen.

Winterfest im Garten

Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal so viel Zeit hatte, um unseren Garten winterfest zu machen. In diesem Jahr scheint es der Garten – oder vielleicht der Wettergott – besonders gut mit mir zu meinen. Frei nach dem Motto: „Ach, meine Liebe, du bist noch nicht so weit? Die Lounge ist noch nicht eingeräumt, die Hecke noch nicht geschnitten und die Tomaten stehen auch noch? Dann gebe ich dir einfach noch ein bisschen Zeit.“ Und genau das hat der Gute getan.

Bei Sonnenschein und trockenen Fußes konnte ich unseren Garten ganz gemütlich auf die kalten Tage vorbereiten. In den vergangenen Jahren wurde aus Sommer gefühlt von heute auf morgen Sturm, Regen und sogar Hagel. Da blieb kaum Zeit, alles in Ruhe zu verräumen.

Sommer in der Nachspielzeit

Dieses Jahr war alles anders. Ich hatte ausgiebig Gelegenheit, um mich von den Sommermonaten zu verabschieden: noch einmal auf dem Steg am Teich sitzen und unseren Fischen im Glasaussichtsturm zuschauen, Marshmallows an der Feuerstelle grillen, barfuß durchs Gras laufen oder noch ein paar letzte Tomaten vom Strauch pflücken.

So ein verlängerter Sommer in der Nachspielzeit hat schon was. Der Abpfiff blieb einfach aus. Um es mit den Worten von Lothar Matthäus zu sagen: ob Juli oder Oktober – Hauptsache Sommer.

Aber irgendwann ist auch die schönste Nachspielzeit vorbei. So langsam mussten wir dann doch anfangen, den Garten auf Herbst und Winter vorzubereiten.

Wir haben einen relativ großen Garten mit relativ vielen Pflanzen. Im Herbst schneiden wir allerdings gar nicht so viel zurück: nur die Trauerweide und unsere Hecke zum Nachbarn hin. Hortensien, Gräser und Stauden lasse ich bis zum Frühjahr stehen. Zum einen freuen sich die Tiere über die verbliebenen Pflanzen und Samenstände, zum anderen möchte ich selbst noch möglichst lange etwas von den roten, gelben und goldenen Farben haben. Dafür standen ein paar andere Dinge auf unserer Herbstliste.

Kübel-wechsel-dich

Vor allem meine vielen, vielen Kübel und Körbe mussten noch geleert werden. Inzwischen kaufe ich kaum noch einjährige Pflanzen. Das war jedoch ein Lernprozess. Am Anfang meiner „Gartenkarriere“ habe ich jeden Kübel mit Geranien, Petunien oder Wandelröschen bepflanzt. Im Herbst war alles verwelkt und die Kübel leer. Im Frühjahr dann das gleiche Spiel von vorne. Heute kommen Rispenhortensien, Schmucklilien, Gräser und Buchsbäume im Frühjahr in die Kübel und im Herbst in die Beete. Im nächsten Frühjahr dürfen sie wieder zurück in die Pflanzgefäße. Wir spielen also Kübelpflanze-wechsel-dich. Nachhaltig und effizient. Lieb ich.

Nur die Olivenbäume und Oleander bleiben im Kübel und überwintern im Gartenhaus. Für mehr reicht der Platz dort sowieso nicht.

Ansonsten stand noch einiges auf meinem Herbstprogramm:

  • Sonnenschirm und Outdoor-Teppiche mit dem Kärcher sauber gemacht und im Keller verstaut
  • Polster von Feuerstelle und Lounge ins Haus gebracht
  • Gartenhaus aufgeräumt und Platz für die leeren Kübel geschaffen
  • Sommerdeko ins Gartenhaus geräumt
  • Rasen noch einmal gedüngt
  • Unkraut aus den Fugen der Einfahrt entfernt
  • die Teiche winterfest gemacht und die Fütterung von Goldfischen und Kois reduziert

Alles Aufgaben, auf die ich bei Regen, Wind und Schnee gern verzichten kann.

 

In dieser Woche saßen mein Mann und ich dann im aufgeräumten Garten und haben wahrscheinlich ein paar der letzten goldenen Sonnenstrahlen genossen. Alles erledigt. Alles vorbereitet. Und genau das war mein Glücksmoment: Dieses Gefühl, zu wissen: Jetzt können die kalten Tage kommen. Ich werde sie auf unserer Couch vor dem Kamin mit einer Tasse Tee begrüßen.

Macht es euch schön!
Herzliche Grüße
Sarah

* Dieser Beitrag enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung für ein Gym, Schuhe und einen Thermobecher, die ich aus eigener Überzeugung und ohne Gegenleistung zeige bzw. erwähne.

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