Städtetour nach Maastricht — und es hat Zoom gemacht
Meine Lieblingsstädte konnte ich bisher an einer Hand abzählen. Meine Big Five: New York, Paris, London, Hamburg und Saint-Tropez. Fünf Städte. Fünf Finger. Passte perfekt. Aber dann kam Maastricht. Dass ich mich Hals über Kopf in die charmante Stadt im Süden der Niederlande verliebte, war so überhaupt nicht geplant. Unsere spontane Städtetour nach Maastricht stellt mich vor ein echtes Problem: Ich habe eine neue Lieblingsstadt. Nur wie bringe ich es den anderen bei?
Vom Umweg zum Volltreffer
Wie es dazu kam? Eigentlich recht unspektakulär. Wir waren in den Herbstferien auf Shoppingtour in Köln und wollten danach zurück nach Hause. Maastricht stand zwar schon länger auf meiner Bucket List, aber für diesen Tag hatte ich es längst abgeschrieben. Bis mein Mann plötzlich die Frage aller Fragen stellte: „Wollen wir doch noch nach Maastricht fahren?“ Ich zögerte nicht lange. „Ja, ich will!“, lautete meine Antwort. Die kannte er bereits.
Einfach loslaufen & staunen
Wir fanden direkt einen Parkplatz – weshalb auch mein Mann auf Anhieb begeistert war – und liefen dann ohne Plan und spezielle Ziele einfach drauflos. Wir spazierten an jahrhundertealten Kirchen und anderen historischen Gebäuden vorbei, schlenderten durch wunderschöne Gassen und überquerten die Maas über die Sint-Servaasbrug mit Blick auf die großen Schiffe, die zu Bootstouren einladen. Diese alte, beeindruckende Steinbrücke hätte sich genauso gut in London oder Paris befinden können.
Generell erinnerte mich Maastricht ständig an andere Städte: Hier ein bisschen Venedig, dort ein wenig Florenz und ein Stück weiter ein Hauch von Barcelona. Nur halt alles auf Niederländisch.
Shopping & Schokolade
Zu entdecken gibt es in Maastricht jede Menge. Cafés und Straßenrestaurants, Designerboutiquen und kleine Läden mit Dingen, die man nicht überall findet.
Wir haben bei Zara Home nach Geschirr gestöbert, bei HEMA Tassen und Teller mit zuckersüßen Croissants entdeckt und uns am Schaufenster von Coco & Sebas, einem Geschäft für edle Pralinen und kunstvolle Schokoladenkreationen, die Nasen plattgedrückt. Schließlich zählt für uns auch Schokolade zu den Sehenswürdigkeiten einer Stadt.
An einem der zahlreichen Marktstände nahmen wir uns ein Stück Old Maastricht als Käse-Souvenir nach Hause mit. Anschließend schauten wir bei The Matcha Society zu, wie der perfekte Matcha zubereitet wird.
Ein Tipp für euren Besuch:
Schaut auch in der Boekhandel Dominicanen vorbei. Die Buchhandlung befindet sich in einer ehemaligen Kirche und ist allein wegen ihrer beeindruckenden Architektur einen Abstecher wert.
Fassaden und kleine Gassen
Aber es waren nicht nur die Geschäfte. Ich verliebte mich (wieder einmal) in die alten Gemäuer, Sprossenfenster mit Fensterläden und typisch niederländischen Eingangstüren in allen möglichen Farben. Und diese gepflegten Straßen und Häuser: Ich habe ständig irgendwo irgendetwas Schönes entdeckt. Besonders angetan hatten es mir die Grote Staat und die Stokstraat. Wunderschöne Ecken, hübsche Fassaden und kleine Boutiquen.
Auch das imposante Rathaus, umgeben vom kunterbunten Marktleben, und der Vrijthof sind eine Reise wert. Der Vrijthof ist der große historische Platz mitten in Maastricht, auf dem André Rieu im Sommer seine Open-Air-Konzerte gibt.
Liebe auf den ersten Blick
Bei mir hat es also sofort Zoom gemacht. Was ich an Maastricht so mag? Die Stadt ist einfach zauberhaft und dabei herrlich unkompliziert. Sie lässt sich beispielsweise gut mit dem Auto erreichen und zu Fuß erkunden. Ein weiterer Pluspunkt: Anders als zum Beispiel in Paris muss man sich nicht erst kilometerweit durch den Verkehr kämpfen, bis man in der Innenstadt angelangt ist.
Maastricht ist kein Geheimtipp mehr. Es waren unheimlich viele Touristengruppen unterwegs. Trotzdem fand ich es längst nicht so überlaufen wie Pisa oder Amsterdam.
Mein Tipp für euren Maastricht-Bummel
Wenn ihr Maastricht zum ersten Mal besucht, würde ich einfach am Vrijthof starten, weiter zum Markt mit dem imposanten Rathaus schlendern und euch anschließend durch die kleinen Gassen Richtung Stokstraat treiben lassen. Von dort ist es nicht weit zur Sint-Servaasbrug, über die ihr die Maas überqueren und den Blick auf die Stadt genießen könnt. Unterwegs lohnt es sich, immer mal wieder von der Einkaufsstraße abzubiegen – gerade die kleinen Gassen und hübschen Fassaden haben es mir angetan.
Plant lieber ein bisschen Zeit zum Bummeln, Schauen und Einkehren ein, statt möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Maastricht ist schließlich keine Stadt, die man im Laufschritt erobern muss.
Maastricht, du hast mein Herz geklaut
Maastricht, du hast mein Herz geklaut. Und meine zweite Hand. Denn ab sofort erweitere ich meine persönlichen Big Five der Lieblingsstädte um Maastricht und zähle kurzerhand mit dem rechten Daumen weiter.
Wir kommen wieder, meine Liebe!
Macht es euch schön, wo auch immer ihr seid!
Herzliche Grüße
Sarah
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