DIY: Natursteinboden für unsere Outdoor-Küche

Mein Mann ist unkompliziert, strapazierfähig, pflegeleicht und bescheiden – aus Sicht seiner langjährigen Ehefrau würde ich sagen: Er eignet sich perfekt für unser Zusammenleben im gemeinsamen Haushalt. Ab und zu, so alle zwei bis drei Jahre, äußert auch er mal einen Wunsch, was zum Glück nicht häufiger vorkommt und in der Regel so leise geschieht, dass er bei Bedarf von mir leicht überhört werden könnte. Im besten Fall deckt sich sein einziger Wunsch mit einem meiner zahlreichen Wünsche. Denn dann kann er uns seinen Wunsch gern so schnell wie möglich erfüllen – und meinen gleich mit. Win-win. Zwinker-zwinker.

Nummer 487.323 auf unserer Wish-List

So war es zum Beispiel bei seiner DIY Outdoor-Küche, die sich mein Mann seit unserem Einzug gewünscht hat. Sein Traum passte vortrefflich zur neuen DIY Terrasse aus Natursteinen, die ich mir seither ebenfalls wünschte, aber vorläufig zurückstellte: bescheiden, unkompliziert und pflegeleicht wie auch ich bin. Schließlich mussten wir erst noch alle anderen Punkte auf „unserer“ Wish-List abarbeiten. Doch jetzt ist es so weit: Nachdem er mit meinem Natursteinboden endlich fertig geworden ist, kann mein Mann sich seinem Wunsch widmen: dem Bau einer neuen DIY Outdoor-Küche. 

Pizza statt Padel

Mein Mann träumt nämlich schon seit Jahren von einer richtigen Outdoor-Küche. Nicht einfach nur von einer Grillecke, sondern von einer professionellen Trainingsfläche für sein ambitioniertes Ziel, nebenbei der beste Pizzabäcker der Welt zu werden. Während Andere in ihrer Freizeit schwitzend den Padel-Schläger schwingen, schiebt mein Mann auf einem ähnlich aussehenden Schläger leidenschaftlich gern Pizza in den Ofen. Ebenfalls schwitzend. Vor Hitze. 

Sitzplatz mit Aussicht

Zurück auf den Natursteinboden der Tatsachen: Mein Wunsch fiel im Gegensatz zu seiner kompletten Outdoor-Küche deutlich bescheidener aus. Hinter unserem Haus sollte lediglich ein gemütlicher Sitzplatz entstehen, der mir die Möglichkeit bietet, meinem Mann ganz uneigennützig Gesellschaft zu leisten und beim stundenlangen Pizzabacken zuzuschauen. Das Auge isst schließlich mit.

Vorher: Eine Pergola wie ein Pizzastück
Vorher: Pergola in Form eines Pizzastücks

Erst der Abbau, dann der Aufbau

Der Platz hinter unserem Haus, den wir für unsere DIY Outdoor-Küche ausgesucht hatten, war allerdings zunächst noch besetzt. Dort stand eine Pergola in Form eines Pizzastücks (um beim Bild zu bleiben) mit einem maroden Dach, zwei uralten Steinbänken und einem Tisch darunter. Die Sitzgruppe war in eine tiefe Kiesschicht offenbar für die Ewigkeit einbetoniert. Allein diesen extrem schweren Tisch aus Sandstein abzubauen, war eine besondere Aktion für sich. 

Den ursprünglich braunen Holzunterstand strichen wir zunächst schwarz und setzten das Dach instand. Damit sah er schon deutlich gepflegter aus. Trotzdem blieb er für meinen Mann schlichtweg ein trostloser Unterstand, der seinen Grill und ihn das ganze Jahr über so gut wie möglich beim Drehen und Wenden seiner Pizza vor Regen, Sturm und Hagel schützte. Jedes Mal, wenn mein Blick auf meinen Mann selbst bei Minus-Temperaturen in der Pizza-Ecke fiel, dachte ich voller Mitgefühl: „Oh, der Arme“ und ging schnell wieder zurück ins warme Wohnzimmer. Das konnte ich mir einfach nicht mehr länger ansehen. 

Also beschlossen wir ( = ich), erst meinen, dann seinen Wunsch in einem Projekt zu erfüllen. Mein Mann sollte im Sommer seine DIY Outdoor-Küche bekommen und ich bereits im Frühling den passenden Natursteinboden als Grundlage.

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Planning by doing

Bevor wir überhaupt mit dem Bau beginnen konnten, musste jedoch erst der alte Holzunterstand weichen. Mit viel Zuversicht und einem Zugseil haben wir die alte Pergola im Hauruck-Verfahren abgerissen. Alles lief – im wahrsten Sinne – wie am Schnürchen: Die Kopfverletzungen hielten sich in Grenzen, und nach einem letzten kräftigen Ruck war der Blick plötzlich frei auf die Vision von unserer neuen DIY Outdoor-Küche. Jetzt musste sie nur noch manifestiert werden.

Einfach machen

Wie so oft hatten wir keinen bis ins Detail ausgearbeiteten Masterplan. Für einen ersten Entwurf haben wir uns zwar ein wenig von der KI inspirieren lassen, die finalen Entscheidungen fielen aber draußen im Garten. Wir gehören nämlich zu den Menschen, die einfach machen, mitten im Projekt mal eben vollkommen andere Ideen entwickeln und am Ende oft bei einem Ergebnis landen, das sogar noch schöner ist, als wir es uns ursprünglich vorgestellt hatten. Planning by doing: können wir.

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Gartenschlauch als Maßeinheit

Den nächsten Schritt unserer Terrassenplanung machten wir – wie immer als versierte Tiefbauprofis mit dem besten Equipment ausgestattet – mit unserem Gartenschlauch. Wir legten verschiedene Formen aus, betrachteten sie kritisch aus verschiedenen Blickwinkeln und korrigierten hier und da so manche Rundung mit unseren Gummistiefelspitzen. Uns war wichtig, dass sich die neue Terrasse optimal in unseren Garten einfügt. Keine geraden Kanten, sondern weiche, geschwungene Linien – genau wie all unsere Beete.

Zwischen Pythagoras und Feng Shui

Dort, wo später die DIY Outdoor-Küche ihren Platz finden sollte, planten wir die Terrasse etwas großzügiger. Richtung Terrassentür durfte sie dagegen schmaler werden – nierenförmig würde ein Nephrologe sagen, der bei diesem DIY Terrassen-Projekt ähnlich vom Fach wäre wie wir. Als wir schließlich zufrieden waren, sprühten wir den Verlauf des Gartenschlauchs mit roter Markierfarbe auf den Rasen. Mein Mann steckte verschiedene Höhen ab für das Gefälle, das er eigens – vielleicht nach dem Satz des Pythagoras, vielleicht nach dem Relativsatz oder nach Feng Shui – auf jeden Fall irgendwie prozentual errechnet hatte.

Ja, wer baggert denn da am Baggerloch?

Kurz darauf stand tatsächlich ein Minibagger in unserem Garten. Mein Mann hatte zuvor noch nie auf so einem Gerät gesessen. Ich beobachtete das Ganze lieber erst einmal mit etwas Sicherheitsabstand. Nach kurzer Eingewöhnung arbeiteten sich mein Mann und sein neuer Freund, der Bagger, erstaunlich souverän entlang unserer Gartenschlauch-Markierung vor und hoben die komplette Fläche rund 30 Zentimeter tief aus.

Dabei ging es nicht darum, Erde hochzuheben und auf einen Haufen zu schmeißen. Das wäre zu leicht gewesen. Das spätere Gefälle hatte mein Mann von Anfang an exakt eingeplant, damit das Regenwasser vom Haus weg ablaufen kann. Auch die notwendige Frostschutztiefe und alle Schichten, die später noch aufgebaut werden sollten, mussten bereits beim Ausheben berücksichtigt werden. So etwas weiß mein Mann. Bester Mann. 

„Wetten-dass…“

Am Ende unserer „Wetten-dass-mein-Mann-in-kürzester-Zeit-möglichst-viel-Spaß-mit-dem-Minibagger-hat?“-Wette lag ein riesiger Erdhaufen mitten in unserem Garten. Und damit fing die Show erst richtig an.

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Wir brauchten Schotter

Für die erste Tragschicht benötigten wir Schotter. Viel Schotter. Dass jemand gleich mehrere Kubikmeter via Kleinanzeigen zu verschenken hatte, fühlte sich im ersten Moment an, als hätten wir ganz viel Schotter im Lotto gewonnen. Ein paar Stunden später sahen wir und unsere Arme das anders.

Insgesamt sechs volle Ladungen schaufelten wir zu zweit von Hand auf unseren Anhänger, fuhren damit zu uns nach Hause und luden alles mit der Schaufel wieder ab. Kostenlos war der Schotter also nur finanziell. Bezahlt haben wir ihn mit jeder Menge Muskelkraft.

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Mein neuer Crush: der Dumper

Von unserer Einfahrt mussten die Steine hinter das Haus transportiert werden. Dabei lernte ich meinen neuen Crush kennen und war schockverliebt: in einen Dumper.

Vor diesem Projekt wusste ich nicht, dass es so ein Gerät überhaupt gibt. Im Grunde ist ein Dumper eine motorisierte XXL-Schubkarre. Falls ihr irgendwann einmal mehrere Tonnen Schotter bewegen müsst: Leiht euch unbedingt so ein Teil aus! Es erspart euch unzählige Schubkarrenfahrten von Hand und vermutlich auch den einen oder anderen Bandscheibenvorfall.

Teamwork

Hinterm Haus angekommen, verteilten wir den Schotter mit einem Rechen gleichmäßig auf der Fläche. Während ich hauptsächlich schaufelte und verteilte, kontrollierte mein Mann immer wieder sorgfältig Höhe und Gefälle. Anschließend verdichtete mein Mann alles mit einer Rüttelplatte.

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Stein schlägt Holz

Warum wir in diesem Fall keine Holzterrasse bauen wollten? Nun ja: Rund um Grill und Pizzaofen sollte der Boden möglichst langlebig, robust und pflegeleicht sein. Naturstein war deshalb schließlich unser Favorit. Passend dazu entschieden wir uns für Granit-Randsteine, die wir selbst herbeischleppten und anschließend in Beton setzten.

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Schichtarbeit

Nachdem die ersten Schichten aufgebaut und verdichtet waren, ging es weiter Richtung fertige Terrasse. Zwischendurch mussten wir uns noch um ein anderes Problem kümmern: unseren riesigen Erdhaufen. Rund zehn Kubikmeter Erde lagen nach dem Aushub in unserem Garten, die niemand haben wollte. Also haben wir sie behalten und kurzerhand selbst Schubkarre für Schubkarre in all unseren Beeten verteilt. Im Nachhinein war das gar nicht schlecht, denn so konnten wir einige Bereiche im Garten gleich neu gestalten. Bei uns laufen oft verschiedene Projekte parallel. Eine Baustelle kommt selten allein.

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XXL-Familienpuzzle

Beim Belag hatten wir uns für Polygonalplatten in einem hellen Grauton entschieden. Die Entscheidung für diese unregelmäßigen Platten in Bruchsteinoptik war für uns schon gefallen, als wir unsere Feuerstelle damit gestaltet hatten.

Anleitung: Puzzle für Anfänger

  • Bevor die Platten endgültig ihren festen Platz fanden, haben wir sie zunächst einmal trocken ausgelegt. Oder besser gesagt: gepuzzelt. So wie wir früher alle zusammen im Wohnzimmer rund um unser 24-teiliges Prinzessin-Lillifee-Puzzle saßen, standen wir jetzt im Garten als Familie rund um unser XXL-Naturstein-Puzzle und suchten fluchend die fehlenden Teile. 
  • Wir verteilten zuerst die größten Platten gleichmäßig über die Fläche. So konnten wir sicherstellen, dass später nicht an einer Stelle nur kleine Steine zusammenkamen, sondern ein (mehr oder weniger) „harmonisches Wechselspiel aus großen und kleinen Formaten“ entstand.
  • Danach ergänzten wir die kleineren Platten. 
  • Als die Aufteilung stimmte, bereiteten wir die Monokorn-Schicht darunter vor. Dafür hatten wir uns sogar vorübergehend eine gebrauchte Mischmaschine besorgt und unsere eigene Mischung aus Kies, Wasser und Beton hergestellt.

Irgendwann war die letzte Platte gelegt. Das Timing hätte kaum besser sein können: Pünktlich am Vormittag des Robbie-Williams-Konzerts, zu dem wir uns anschließend aufmachten, war dieser Bauabschnitt geschafffft! (Und wir waren es auch: in weiser Voraussicht hatten wir Sitzplätze reserviert. ;-)) 

Für die Fugen verwendeten wir einen speziellen Fugenmörtel, den wir bereits von unserer Feuerstelle kannten. Der Fugenmörtel bleibt wasserdurchlässig und sorgt trotzdem dafür, dass die Polygonalplatten stabil miteinander verbunden sind. Als inzwischen echte Profis gingen wir hier wieder Schritt für Schritt vor: 

  • Den Fugenmörtel schüttete mein Mann aus dem Eimer direkt auf die nasse Fläche, die ich mit unserem Gartenschlauch Platte für Platte bewässerte.
  • Gleichzeitig arbeitete ich die kleinen Körnchen mit einem speziellen Besen meditativ in jeden einzelnen Zwischenraum ein.
  • Nachdem alles getrocknet war, kehrten wir nur noch die überschüssigen Reste des Mörtels mit einem Besen ab.
Farbtiefer als Lösung

Zum Abschluss behandelte ich den Naturstein noch mit einem Farbvertiefer: Ich pinselte jede einzelne Platte damit ein. Dadurch entwickeln die Platten mit der Zeit genau den Farbton, den wir uns gewünscht haben.

Damit war mein Wunsch zuerst einmal erfüllt. Der Natursteinboden ist fertig. Zugegeben: Ich hatte mich ein wenig vorgedrängelt – aber nur, damit wir im nächsten Schritt endlich mit dem Wunsch meines Mannes weitermachen konnten.

Schließlich braucht ein ambitionierter Hobby-Pizzabäcker eine vernünftige Arbeitsfläche. Und eine Ehefrau, die ihren gewünschten Natursteinboden bekommen hat, ist bekanntlich besonders motiviert, ihrem Mann anschließend beim Bau seiner Outdoor-Küche zuzuschauen. Oh, vertippt: „zu helfen“ wollte ich selbstverständlich schreiben. Happy Wife. Happy Life. Win-win. Zwinker-zwinker.

Macht es euch schön!
Herzliche Grüße

Sarah

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