DIY: So haben wir unseren alten Wohnwagen renoviert

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Verrostete Beulen-Front außen, vergilbte Scheibengardinen und rustikal furnierte Gelsenkirchener-Barock-Schränke innen: Es gibt da dieses angestaubte Bild, das viele Nichtcamper vor Augen haben, wenn sie an Camping im Caravan auf verwahrlosten Stellplätzen am Allerwertesten der Welt denken. Unsere Emma war so viel mehr als nur ein oller Wohnwagen. Sie war unser DIY Projekt: In diesem Beitrag erzähle ich euch mal ganz in Ruhe, wie wir unseren alten Wohnwagen renoviert haben.  

Im Juli 2016 hatten wir spontan zwei Wohnwagen besichtigt und am Ende des Wochenendes einen von ihnen gekauft. Einen Knaus Country 500, Baujahr 1992, mit Etagenbett: Wir tauften ihn bzw. sie auf den Namen Emma. Zu jenem Zeitpunkt hatten wir also bereits einen Namen, aber nicht mal eine Anhängerkupplung an unserem Auto. Spontan können wir.

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Was wir damals noch nicht ahnten: Aus unserer Emma sollte schon bald ein rollender Star werden. Ein W-wie-Wohnwagen-Promi, über den der Spiegel und der Stern in ihren Magazinen berichteten. Mit zahlreichen Likes, Followern im Internet, Interview- sowie Kooperationsanfragen und immer wieder Fragen nach den Produkten, die wir bei ihrer Renovierung benutzt haben. So gehörte sie bereits vor Jahren zu den ersten Influencerinnen unter den DIY-Pimp-My-Caravan-Wohnwagen. 

Unser 30 Jahre alter Wohni inspirierte mit seinem  Innenleben im skandinavischen Stil, den eigenhändig komplett geweißten Schränken, dem stylischen Bad und seiner bunten Wimpelkette im Heck viele  Vertreter:innen des sogenannten Glampings. Also Camping mit Schnickschnack und Gedöns auf 5-Sterne-Plätzen unter Palmen inklusive Wasserpark, Brötchenservice und Kinderanimation. 

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Für uns persönlich bedeutete Emma viel mehr als der Medienhype, den sie erzeugte. Für uns war unsere herzallerliebste Emma unsere Rückzugsmöglichkeit, unser Sehnsuchtsort. Unser Happy Place, den wir uns eigenhändig hergerichtet hatten. Wie wir das Innenleben in rund 600 Einzelteile zerlegten, die wir zunächst aus- und schließlich fein säuberlich wieder einbauten, habe ich ausführlich auf meinem alten Blog berichtet. Weil ich Euch dieses besondere DIY auf Rädern jedoch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte, fasse ich hier nochmal die wichtigsten Schritte zusammen: 

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DIY: Pimp My Caravan

  • Zunächst bauten wir innerhalb von sechs bis acht Wochen unter anderem die beiden Sitzecken, das Etagenbett der Mäuse und die Oberschränke erst aus, dann auseinander. 
  • Mit einem Abbeizer behandelten wir die Wände und Decke des Wohnwagens. Dann trugen wir mit einer Rolle Spezialhaftgrund auf die Flächen auf. Die Flächen strichen wir anschließend – ebenfalls mit einer Rolle – weiß. 
  • Zwei unserer Kellerräume waren die ganzen Sommerferien über komplett vollgestellt mit unzähligen Fronten, Rückwänden und unter anderem Seitenteilen des Mobiliars. Stück für Stück – in jeweils drei Arbeitsgängen – beizten wir sie von allen Seiten ab, grundierten sie und strichen mit einer Rolle weiß. Anschließend baute mein Mann sie wieder zusammen und später in den Wohnwagen ein. 
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  • Mein Mann sprühte Knöpfe, einige Griffe, die Lampen über den Betten der Mäuse und sogar die innenliegenden Scharniere schwarz. Auch die dunkelbraune Blende des Herds, die Tischbeine und der Heizkörper wurden mit schwarzem Heizkörperlack besprüht. 
  • Wir beklebten die Tischplatten und die Arbeitsplatte der Kochecke mit heller Folie, 
  • entsorgten die Spitzengardinen sowie den Türvorhang
  • und tauschten die Plastikschiebetüren, die das Etagenbett der Mäuse und unser Bett vom mittleren Bereich trennten, gegen eine Seilspanngarnitur mit Vorhängen aus, die ich auf unserem Dachboden fand.
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  • Auf den vorherigen PVC-Boden legten wir einen neuen PVC-Belag in Landhausdielenoptik.
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  • Beide Mäuse bekamen Utensilos sowie Hängekörbchen für Bücher, Taschenlampe und unter anderem Kartenspiele für ihre Kojen.
  • Dann ersetzten wir die Lampen im „Ess- und Wohnbereich“ durch gebraucht-neue Alu-Leuchten.
  • Wir zerschnitten eine Kaltschaum-Matratze mit einem Brotmesser! in vier Teile. Daraus fertigten wir die Polster für unsere Sitz- beziehungsweise Schlafecken, für die ich neue Bezüge nähte.
  • Mein Mann baute eine Leiter für das Etagenbett der Mäuse, die wir beliebig verschieben und abhängen konnten. Auch fertigte er einen herausnehmbaren Rausfallschutz mit verschließbaren Gucklöchern für die Zaubermaus an, die in dem oberen Bett schlief.
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  • Wir entsorgten das alte WC, bestellten ein neues im Campingfachhandel und beschlossen dann – ausnahmsweise mal ganz spontan -, dass wir auch den Rest des Bades renovieren wollten.
  • Also kratzten wir die Tapeten von den Wänden des Bades und tapezierten diese sowie die Wand zwischen Bad und Etagenbett neu. Im Anschluss trugen wir eine wasserabweisende Versiegelung auf.
  • Wir kauften im Campingfachgeschäft ein neues Eckwaschbecken samt Armatur, einen Handtuchhalter bei IKEA, einen hübschen Spiegel, kleine Aufbewahrungskörbchen und eine Holzkiste für meinen Kosmetikkram. All das schraubten wir kurzerhand an die Wand.
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  • Und auch die Kühlschranktür bekam ein Facelift: Wir beklebten sie mit Tafelfolie.
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Fehmarn, Frankreich, Venetien

Emma bekam zudem neue Reifen, eine Anti-Schlingerkupplung, Stoßdämpfer, eine 100er-Zulassung, eine wasserdichte Schutzabdeckung und ein eigenes Quartier. In ihrem Zweitwohnsitz wartete Emma zwischenzeitlich darauf, mit uns in den Urlaub fahren zu können: nach Südfrankreich, Fehmarn und Venetien zum Beispiel.

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Emma machte uns zu Campern

Auf Emma, von der wir uns schließlich nach einigen Jahren schweren Herzens trennten, folgte der autarke Hobby-Wohnwagen Hugo. Mit ihm haben wir inzwischen wieder Schluss gemacht. Denn an unsere XS-Emma kam XXL-Hugo trotz separater Dusche, festem Doppelbett, geräumigem Kühlschrank und Spülmaschine einfach nicht ran. Emma wird für immer in unseren Herzen bleiben. Denn mit ihrer offenen, einfachen, charmanten Art hat sie uns zu Campern gemacht. 

Danke, meine Liebe, war wirklich schön mit Dir!

Herzliche Grüße, 
Sarah

 

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