Ordnung in der Küche - mein Rezept für mehr Ruhe im Alltag

Bewusst leben und genießen beginnt bei mir in der Küche. Sie ist mein Kraftort. In unserer Küche starte ich meinen Tag – euphorisch Pläne schmiedend – mit einem Matcha und beende ihn – die Ereignisse leise nachklingen lassend – mit einem Fencheltee. Um meine Gedanken zu sortieren, brauche ich einen klaren Kopf und ein geordnetes Umfeld um mich herum. Ordnung in der Küche bedeutet für mich weit mehr als pingelige Sauberkeit: Ich habe meine Küche eigenhändig so geplant und organisiert, dass ich nicht überlegen muss, wo Zubehör und Zutaten liegen, sondern intuitiv weiß, wo sich Schälmesser, Dosenöffner und Panko-Mehl befinden.

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Jeder Gegenstand hat seinen festen Platz, jede Schublade ihre Aufgabe. Ich suche nicht hektisch, genervt und verzweifelt, ich greife gezielt zu. Und genau das schenkt mir Ruhe, Zeit und die Möglichkeit, achtsam zu genießen.

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Kochst Du noch oder räumst Du schon auf?

Ordnung schaffe ich übrigens nicht erst nach dem Essen. Ich bin so eine Person, die bereits während des Kochens aufräumt. Schließlich brauche ich vor allem beim Abwiegen und Vermengen der Zutaten in korrekter Reihenfolge allerhöchste Konzentration. Heißt:

  • Ich nehme die Milch aus dem Kühlschrank – und stelle sie direkt wieder zurück
  • Möhrenschalen wandern sofort in den Müll
  • Kochlöffel kommen in die Spülmaschine, sobald ich sie nicht mehr brauche
  • Während das Fleisch zieht oder die Suppe köchelt, wische ich die Arbeitsflächen ab
Bin ich ein Monk? Vermutlich schon. Aber ich nenne das liebevoll „vorausschauende Gelassenheit“. Denn ich liebe es, an einem gedeckten Tisch zu sitzen, mit Blick auf unsere offene Küche, und mich ganz auf Koreanischen Karottensalat & Co. fokussieren zu können – ohne aus den Augenwinkeln das Chaos zu sehen, das mich nach dem Essen erwartet.

Ordnung ist weder
Pingeligkeit noch Perfektion

Wir leben nicht in einem Pinterest-Board. Natürlich liegen bei uns auch mal Brotkrümel auf der Arbeitsplatte (für ganze vier Minuten, dann kommt der Staubsauger). Und ja, auch eine Tasse bleibt manchmal stehen (ganze sieben Minuten, bis sie in die Spülmaschine wandert).

Wo Spitzkohl gehobelt wird, fallen auch mal Raspeln zu Boden. Schließlich koche ich täglich frisch für meine Familie. Manchmal mehrfach am Tag. Und ich habe auch schon Hunderte von Muffins für Kindergeburtstage gebacken, mehrstöckige Torten für Kommunionsfeiern und Freunde mit mehreren Gängen bewirtet. Was mir dabei hilft? Struktur. Denn Ordnung in der Küche entsteht nicht zufällig: Struktur in Schränken und Schubladen ist ihre Hauptzutat

In unserem neuen Haus haben wir unsere Küche selbst geplant. Nicht nach Instagram-Trends, sondern nach echtem Alltag. Dabei drehte sich alles um die Frage:

Was brauche ich wann und wo?

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Rund um die Kochinsel war mir besonders wichtig:

  • Die Mäuse sollen dort sitzen und mir von ihrem Tag erzählen können, während ich koche
  • Alles, was ich beim Kochen auf der Induktionsplatte brauche, soll in direkter Reichweite sein.
  • In den Schubladen der Kochinsel befinden sich deshalb:
    • Topfuntersetzer 
    • Besteck
    •  Kochlöffel, Pfannenwender
    • Teller, Gläser, Tassen und Schüsseln zum direkten Servieren

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Im Hochschrank von Ofen und Mikrowelle:

  • Backformen und Bleche
  • Waffeleisen und Eierkocher
  • Zubehör der KitchenAid
  • Auflaufformen
  • Vorratsdosen zum Einfrieren und Aufwärmen
  • Brotdosen und Trinkflaschen – griffbereit, wenn es morgens schnell gehen muss
  • Meine Kochbuchsammlung

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Unter der Spüle :

  • Eine durchdachte Müllschublade
    Flache
  • Innenschublade für Schwämme
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Unter der Arbeitsfläche in Richtung Speisekammer:

  • Utensilien zum Zubereiten:
    • Schneidebretter, Waage, Messbecher
    • Backzubehör
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  •  
  • Lebensmittel:
    • Eigene Schubladen für
      • Kaffee & Tee
      • Brot & Börtchen
      • Süßigkeiten
      • Grundzutaten (Mehl, Zucker, Salz, Nudeln etc.) in Vorratsdosen
      • Frühstück (Müsli, Brotaufstriche) & Backzutaten
      • Meine Gewürzsammlung – fein säuberlich etikettiert 
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Ich habe wirklich jede Nische durchdacht. In einem Eckschrank befindet sich zum Beispiel ein zweistöckiges Karussell für meine Töpfe und Pfannen. Einmal drehen – und alles ist da. 

Deshalb habe ich mich ganz bewusst für viele Schubladen entschieden: Kein Stapeln, kein Umräumen. Nichts verschwindet im hinteren Schrankdunkel. FunFact: In unseren alten Küchenschränken hatte sich mal ein ganzes Kind versteckt. Es ist inzwischen wieder aufgetaucht. 

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All das ist über Jahre aus Erfahrung gewachsen. Ich habe gelernt: Je klarer meine Umgebung, desto klarer meine Gedanken. Ordnung in der Küche schenkt mir nicht nur Struktur – sie schenkt mir Zeit. Und Zeit ist das Wertvollste, was wir haben. Zeit für Genuss. Für Familie. Zeit für mich und ein ordentliches Stück Rührkuchen.

Macht es euch ordentlich schön!
Herzliche Grüße
Sarah

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