Unser neues DIY Gästebad: Vorher & Nachher

6080d156-c99b-43f7-aa70-1116afe7db9b

Kann bleiben. Muss weg. Oh, wow – bleibt. Oh, nee – weg. Was ein bisschen klingt wie eine oberflächliche Partnersuche auf einer Online-Dating-Plattform, funktionierte bei unseren unzähligen Hausbesichtigungen erstaunlich gut. Und davon gab es zwei große Runden: beim Kauf unseres ersten Hauses – und zehn Jahre später noch einmal, als wir uns erneut auf die Suche machten. Wir entwickelten mit der Zeit ein Gespür dafür und fast so etwas wie Maklerqualitäten, ob ein Raum einfach nur ein Facelift braucht – oder eine aufwändige Rundumerneuerung. Wir betraten einen Raum und wussten innerhalb von Sekunden: Kann so bleiben, da streichen wir einmal drüber und gut ist. Oder: Muss definitiv weg. Da nickten wir dann freundlich und schwangen innerlich bereits den Vorschlaghammer. Toss or Take. 

Unser Gästebad fiel auf den ersten Blick eindeutig in die Muss-weg-Kategorie. Und genau daraus entstand später unser DIY Gästebad-Projekt, bei dem wir wieder einmal komplett selbst Hand anlegten, um aus dem Toss ein langfristiges Take zu machen.

IMG_3246
e1377e4b-440c-4591-92b7-3a0bd998e5c6

Wir sind keine Profis - wir machen einfach

Die Vorbesitzer hatten offensichtlich eine Vorliebe für Tennis. Und für Gelb. Sehr viel Gelb. Auf den Wandfliesen fanden sich Netze, Tennisschläger und Bälle aus der Boris-Becker-Ära. Alles war hochwertig verarbeitet, aber eben auch sehr… hmm…präsent. Die Armaturen der Dusche, das Syphon, der Toilettenrollenhalter, sogar die Decke und die Lampe: alles sonnengelb. Wir betraten den Raum und waren sofort hellwach.

Weil wir nicht Team Wimbledon, sondern eher Team Schwarz-Weiß sind, war uns relativ schnell klar, dass wir dort einmal komplett neu anfangen wollten.

Vielleicht sollte ich vorweg sagen: Wir sind beide keine Handwerker.  Aber wir haben über die Jahre eine gewisse Furchtlosigkeit entwickelt. Wenn wir (also ich) eine Idee haben:

  • Überlegen wir nicht lange, sondern rechnen grob durch, was im schlimmsten Fall finanziell auf uns zukommen könnte.
  • Werfen wir nebenher einen kritischen Blick auf den Kalender, um zu prüfen, ob ein Projekt in diesem Umfang hineinpasst.
  • Stellen wir fest, dass das alles überhaupt nicht passt.
  • Und legen dann trotzdem los.

Wir machen einfach.

Unser Gedanke ist dabei immer derselbe: Weil wir die Kosten für Handwerker sparen, können wir mehr in die Ausstattung investieren. Sie sollte klassisch und gleichzeitig stylisch sein, so dass wir auch in 15 Jahren noch sagen können: Das gefällt uns immer noch.

Weihnachtszeit im Baustellenmodus

Vor einem Jahr, ausgerechnet in der Weihnachtszeit, begann mein Mann mit dem Abriss. Während ich Lichterketten und Plätzchen backen wollte, riss er alte Fliesen von den Wänden, entfernte die Tapete, baute die Duschabtrennung samt Duschwanne, Waschbecken sowie Toilette aus – und schmiss alles auf einen äußerst unästhetischen  Haufen in den Garten.

Wir entschieden uns für eine möglichst flache Duschwanne. Nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch mit Blick in Richtung Seniorenfreundlichkeit. Wir sind Mitte 40 und werden schließlich nicht jünger. 😉

Natürlich sind wir zwei Schnäppchenjäger, wie immer, mehrere Baumärkte abgefahren, haben Preise verglichen und nach guten Angeboten gesucht. Für uns muss es nicht immer das Teuerste sein. Wir suchen lieber nach Alternativen, die uns genauso gut gefallen und dabei ins Budget passen.

9855b4e4-fd13-4287-8738-28853cb91d4e
b3f17938-b0d2-4214-9433-d203525ce05b

Die Wände verputzte mein Mann dieses Mal mit Putzschienen – ganz ordentlich und deutlich professioneller als bei früheren Projekten. Im alten Haus hatte er bereits mit meinem Vater unser damaliges Gäste-WC renoviert und dabei viel von ihm gelernt. 

In Haus Nr. 2

  • flieste mein Mann die Dusche,
  • den Vorsprung des Spülkastens
  • und den Bereich hinter dem Waschbecken einheitlich.
  • Sogar auf das Fenstersims klebte mein Mann Fliesen in Marmoroptik als Alternative zu einem klassischen Fensterbrett. Ich lieb es nämlich sehr, wenn sich Details wiederholen.
  • Auf dem Boden verlegte er Designboden in Fischgrät-Optik, passend zum Flur.
  • Und auch die Loft-Duschtür mit schwarzen Sprossen baute mein Mann eigenhändig zusammen und in die Nische.
a48fd4ad-1c46-422e-85b7-4e616d7afa80
b6f24e9f-8725-4139-9b6c-f6bc83339989

Aus Gelb wurde Schwarz dank Heizkörperlack

Eine kleine Herausforderung waren die gelben Duscharmaturen (nicht die Brause, sondern unter anderem der Kalt-Warmwasser-Hebel). Sie auszutauschen wäre deutlich teurer gewesen, als wir es eingeplant hatten. Also entschieden wir uns für meine Geheimwaffe: schwarzen Heizkörperlack. Wenn uns eine Farbe nicht gefällt, prüfen wir zuerst, ob sie sich verändern lässt. Heizkörperlack ist da inzwischen unser bewährte Allrounder. Auch hier: Aus knalligem Gelb wurde ein perfektes, mattes Schwarz. Manchmal braucht es eben keinen Neukauf, sondern nur eine Idee, ein bisschen Mut und die passende Spraydose.

IMG_3264

Alt & neu, hochwertig & günstig, DIY & gekauft

Bis kurz vor Schluss wussten wir nicht, welches Waschbecken einziehen würde. Lange Entscheidungsprozesse liegen uns nämlich nicht besonders: Wir sind oft schneller in der Umsetzung als in der finalen Detailplanung. Aber im letzten Moment fällt mir (oder Pinterest) immer etwas ein. Wie so oft spielte uns dieses Mal der Zufall in die Hände. In unserer Nähe wurde via Kleinanzeigen ein Waschtisch mit dem weltschönsten Becken und einem schwarzen Wasserhahn angeboten – in einem Top-Zustand und zu einem Top-Preis. Wir haben nicht lange gezögert. Ich liebe solche Fundstücke. Mein Glücksmoment.

127a2755-6191-42f4-8814-474661db1fb0
IMG_3253

Nach etwa zwei Wochen war unser Gäste-WC fertig. Wenn ich heute hineingehe, erinnere ich mich kaum noch an die Tennisfliesen und das viele Gelb. Stattdessen sehe ich ein zeitloses Bad, das wunderbar zu unserem restlichen Zuhause passt.

IMG_3268

Die eigentliche Botschaft dieses Projekts: 

  • Man muss kein Profi sein, um etwas zu verändern. 
  • Man muss nur anfangen.
  • Man darf Fehler machen, daraus lernen, improvisieren (im Zweifel regelt Heizkörperlack alles) und auch unterwegs Entscheidungen treffen oder Meinungen ändern (nur nicht zu oft, wenn euch Handwerker und Ehepartner nicht abspringen sollen ;-))
  • Man muss nicht jeden Schritt perfekt durchplanen – aber genau das macht es manchmal erst richtig „spannend“, um das alles hier positiv auszudrücken. Ich möchte euch ja nicht abschrecken. 😉

Planlos geht der Plan los. Und bisher sind wir mit diesem Prinzip ziemlich gut bei den Renovierungen beider Häuser gefahren.

Macht es euch schön!
Herzliche Grüße
Sarah

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert