Glücksmomente 06/26: Bunnys. Bugatti. Blog.
Zwei Hasen, die "Mama" zu mir sagten
Ich gehöre zu den Menschen, die ihre Deko nicht ständig austauschen. Wenn einmal etwas seinen Platz in unserem Zuhause gefunden hat, darf es dort in der Regel auch jahrzehntelang bleiben – unabhängig von Farbtrends wie Dopamin-Gelb, Beige in 50 Varianten oder Shabby-Chic-Weiß.
Die Schale aus Saint-Tropez, die Vase aus Hamburg und der Kerzenhalter aus Venedig: Die meisten meiner Deko-Objekte habe ich als Souvenirs von unseren Reisen mitgebracht. Schon auf den Märkten zwischen Oliven-Tischdecken, Bilderrahmen mit roten Krabben und Zitronen-Butterdosen achte ich darauf, dass es mir zu Hause nicht zu bunt wird.
Selbst saisonale Trends rund um Weihnachten, Halloween und Ostern sind nett, für mich jedoch selten ein Grund für größere Investitionen oder Umzüge im Regal. Umso überraschender war es, dass ich in dieser Woche doch schwach geworden bin. Eigentlich wollte ich mit meiner Tochter nur „kurz nach etwas Hasendeko schauen“ – so wie man das eben sagt, wenn man innerlich schon ahnt, dass es nicht beim Gucken bleibt. Und dann standen sie da im Gartencenter: ein goldener Hase und ein weißer Hasenkopf. Noch dazu deutlich reduziert. Ich konnte nicht anders. Irgendwie hatten sie mich sofort erwischt – fast so, als hätten sie kaum hörbar „Mama“ gesagt.😉
Jetzt stehen die beiden Hasen zwischen meiner bewährten, eher zeitlosen Osterdeko, gemischt mit den Basteleien meiner Kinder, die ich jedes Jahr aufs Neue aus dem Keller hole. Keine große Umgestaltung, kein neues Konzept – nur zwei kleine Ergänzungen, die sich unauffällig dazugesellt haben.
Und genau das ist mein persönlicher Dekotipp: nicht alles immer wieder neu machen, aber ab und zu doch das eine oder andere gute Stück finden, das so gut passt, dass es langfristig bleiben darf.
Mein kleiner Glücksmoment:
- Neue Deko günstig im Sale entdeckt,
- mit gutem Gefühl und Gewissen in Sachen Nachhaltigkeit gekauft, weil ich jetzt schon weiß, dass die beiden Hasis vermutlich noch viele Jahre fröhlich über unsere Kommoden hoppeln werden.
Von Pinguinen zu 2.000 PS
Ferien für die Mäuse. Urlaub für uns. Früher haben wir im Tierpark Wildschweine gefüttert, im Disneyland Paris der Eiskönigin gewunken und im Naturkundemuseum die Knochen von Dinosauriern gezählt.
Die Zeiten ändern sich. Jetzt, wo die Kinder plötzlich größer sind als ich, verschieben sich auch unsere Ausflugsziele. Statt im Streichelzoo stehen wir am ersten Ferientag im PACE Automobilmuseum by JP Performance in Dortmund. Zwar schauen wir uns auch hier Exemplare mit glänzendem „Fell“ an, die wir in freier Wildbahn nur selten und in der Regel auch nicht aus nächster Nähe zu sehen bekommen, weil sie mit ihren 2.000 Pferdestärken gleich wieder am Horizont verschwunden sind. Allerdings handelt es sich bei den Exponaten, die in der Mischung aus Ausstellung, Erlebnisraum und Design-Show gezeigt werden, um besondere Autos, Tuning-Fahrzeuge und sogar echte Schrotthaufen hinter Glas, die hier eindrucksvoll inszeniert von den Besuchern bestaunt werden.
Die Faszination ist geblieben, das ist das Schöne. Nur die Motive – früher auf der Kamera unserer Kinder, heute auf den Smartphones unserer Teenager – haben sich verändert. Wo früher Pinguine zu sehen waren, wird heute zwischen Lamborghini, Porsche und Bugatti geswiped.
Und auch die Gesprächsthemen wandeln sich: Während mein Mann und unsere Kinder über den 3-Millionen-Ferrari fachsimpeln, rechne ich mir heimlich aus, wie viele Designer-Handtaschen, Spa-Aufenthalte und Küchenmaschinen wohl im Gegenwert dieses einen Autos stecken – und komme irgendwann zu dem Schluss, dass es besser ist, ich schiebe diese Rechnung einfach beiseite.
Statt einer Kugel Eis wie im Tierpark gibt es hier unglaublich leckere Zimtschnecken mit Pistazien- oder beispielsweise Käsekuchen-Frosting, und während früher ein Aufkleber als Andenken im Lillifee-Rucksack landete, gehen unsere Teenies heute mit selbst designten T-Shirts als Souvenir – zuerst zum Burgeressen bei Goldies – und anschließend nach Hause.
Und genau das war einer meiner Glücksmomente: „Gemeinsam unterwegs sein“ fühlt sich einfach anders an als früher. Entspannter. Freier. Jeder hat mehr Raum für sich – und ganz ehrlich: Ich mag auch diese Version unseres Familien-Ferienprogramms gerade ziemlich gern.
Living Letter wächst
Mein Glücksmoment in dieser Woche hat genau hier stattgefunden – an diesem Ort, an dem ich vor etwa sechs Wochen neu gestartet bin.
Ich habe mein Blog-Konzept komplett neu aufgesetzt. Mein früherer Glücksfeder-Blog drehte sich vor allem um das Leben mit kleinen Kindern und unsere ersten DIY-Projekte in unserem damaligen Reihenhaus. Doch irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich etwas verändern möchte – ohne genau zu wissen, ob ein Blog in dieser schnelllebigen Zeit überhaupt noch seinen Platz hat.
Eine Welt voller bunter Bilder, kurzer Videos und der berüchtigten angeblichen Aufmerksamkeitsspanne von vielleicht sieben Sekunden (ähnlich der eines Goldfisches übrigens) – da wirkt reiner Text vergleichsweise altmodisch. Und trotzdem habe ich mich entschieden, genau damit neu anzufangen. Ohne Agentur. Ohne Management. Nur ich selbst und mein Blog Living Letter.
Ich habe mir im Winter noch einmal vieles neu beigebracht – mithilfe zahlreicher Tutorials aus dem Internet, die ich mir morgens auf dem Laufband angeschaut und abends in die Tat umgesetzt habe. Schritt für Schritt habe ich mein Blog-Magazin aufgebaut: Design ausgewählt und angepasst, SEO für mich genutzt, Kategorien erstellt und Buttons gesetzt, die anfangs nicht immer dort gelandet sind, wo sie sollten. Nach dem Motto: Try and fail.
Es waren viele Stunden voller kleiner, manchmal nervenaufreibender Details, bis sich alles fügte und funktionierte. Und genau das liebe ich: Buchstaben sinnvoll zu ordnen und Texte zu komponieren, so lange, bis sie sich für mich stimmig anfühlen und hoffentlich auch für andere. Denn ich schreibe an dieser Stelle nicht, um Geld zu verdienen. Es gibt keine Kooperationen, keine finanziellen Hintergedanken. Es geht mir einzig und allein um die Freude am Schreiben, um den Austausch mit euch über die schönen Dinge des Lebens, die wir viel mehr miteinander teilen sollten.
Umso mehr hat es mich überrascht – und auch berührt –, dass dieses kleine Blog-Magazin so gut ankommt. Die ersten Rückmeldungen, die unglaublich vielen Klicks, das Interesse: Es ist überwältigend zu sehen, dass das, was ich tue, offenbar Gleichgesinnte erreicht.
Ich danke euch für diese Unterstützung bisher. Aber da kommt noch mehr: noch mehr Ideen, noch mehr Themen, noch mehr Texte. Jetzt, wo unsere Kinder größer und selbstständiger werden, finde ich wieder mehr Raum für das, was mir guttut: das Schreiben.
Macht es euch schön!
Herzliche Grüße
Sarah
Weitere Glücksmomente findet ihr hier: Glücksmomente: Mini-Freude – große Wirkung-Archiv – Living Letter
* Dieser Beitrag enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung, da ich das Automobilmuseum und Produkte wie Goldies-Burger und Deko-Artikel aus eigener Überzeugung und ohne Gegenleistung zeige bzw. erwähne.
