Glücksmomente 01/26: Pizza. Pflanzen. Power.

Die perfekte Pizza

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Pssst, ich verrate euch mal einen leise gehegten Traum auf dem Lebensplan meines Mannes: eines Tages Pizza verkaufen – vielleicht aus einem mobilen Stand, vielleicht aus unserer Doppelgarage. Mein Mann trainiert seit Jahren, die perfekte Pizza zu kreieren. Und wenn ich „perfekt“ sage, meine ich nicht nur rund geformten Teig oder selbstgemachte Sauce. Ich meine: geheime Zutaten, die er bereits 48 Stunden vor dem Backen vermengt, ohne dass ihm jemand dabei zusehen darf, akribisch abgewogene Teigkugeln, aufbewahrt in einer speziellen XXL-Box mit Deckel, und ein Funkeln in seinen Augen, das verrät, dass er gerade mal wieder heimlich den Pizza-Olymp erklimmt.

Wenn er draußen mit unserem Holzkohlegrill loslegt, entwickelt sich mittlerweile eine kleine Zeremonie. Die erste Pizza ist immer für uns vier. Mit Belag, den wir alle mögen, und einer Burrata in der Mitte. Die Pizza wird in vier Stücke geteilt – hierbei handelt es sich stets um eine sehr ernste Angelegenheit, sonst gibt es Streit.

Kochshow, Zauberei & Comedy

Ich sitze daneben, hungrig, aber tapfer, und beobachte, wie mein Mann sein Werk vollendet. Es ist wie eine Mischung aus Kochshow, Zauberei und Comedy, bis jeder im Anschluss seine eigene Pizza belegt hat.

Und dann der Moment: der erste Biss. Jedes Mal ein Genuss. Aber fast noch schöner ist die Freude in seinen Augen, wenn mein Mann sieht, dass seine Pizza perfekt gelungen ist. Für mich ist das ein echter Glücksmoment: Genuss, Leidenschaft und ein bisschen Spaß – alles in einem Stück Pizza.

Morgens, 5.30 Uhr, im Homegym

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Mit Sport verbinde ich eine große Hassliebe. Eigentlich hasse ich ihn – und trotzdem steht in unserem Keller ein kleines Homegym: mit Laufband sowie einer Mini-Kraftstation darin und meinem sehr aktiven inneren Schweinehund davor, der unseren Hobbyraum bewacht.

In den vergangenen Wochen haben zwei meiner Bandscheiben und ich deutlich gespürt, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich schmerzfrei bewegen zu können. Genau dieser Gedanke hat etwas verändert. Seitdem passiert etwas Seltsames: Ich fange tatsächlich an, Sport ein kleines bisschen zu „mögen“ (ich glaub es nicht, dass ich das grad schreibe). Morgens um 5:30 Uhr Cardio und ein bisschen Krafttraining im Wechsel – und plötzlich hinterfrage ich nicht mehr, warum ich mich freiwillig bewege und überflüssigerweise auch noch schwitze. 

Zwei Game-Changer

Meine zwei Game-Changer: Ich lege mir abends bereits meine Sportsachen raus, damit fehlende Klamotten keine Ausrede mehr sind. Und ich achte darauf, dass ich das leidige Übel mit etwas Schönem verknüpfe: Ich höre meine Lieblingsplaylist, einen Podcast, schaue auf meinem Tablet Tutorials oder Serien. Und schon ist die halbe Stunde vorbei, bevor ich (oder mein innerer Schweinehund) es überhaupt realisiere.

Mein kleines Morgenritual ist kein Leistungssport, kein Rekordversuch, sondern inzwischen einfach nur Routine. Dieses Gefühl: Ich tue es, ohne darüber nachzudenken, und es tut mir gut, weil ich stärker und klarer in den Tag starte – das ist für mich ein echter Glücksmoment. 

Erster Gang durch den Garten

Seit Wochen schaue ich auf braune Hortensienköpfe, Gräser, die ihre Spitzen trostlos in unseren Teich hängen lassen, und auf all das, was ich im Herbst großzügig „für später“ liegen gelassen habe. „Später“ passierte nur lange rein gar nichts draußen. Mir war es zu kalt, zu nass, zu winterlich – und ehrlich gesagt auch zu gemütlich drinnen. Der Garten und ich hatten Winterpause.

Dann endlich diese Woche: Die Temperaturen bleiben auch nachts über dem Gefrierpunkt. Und plötzlich schielte ich zu meinen Gummistiefeln, die seit Herbst unbeachtet im Schuhschrank standen. Einmal hineingeschlüpft und schon stapfte ich durch den matschigen Vorgarten, was sich wenig glamourös, aber erstaunlich verheißungsvoll anfühlte.

Mit der Heckenschere begann ich Schnitt für Schnitt, die Hortensien von ihrem braunen Ballast zu befreien. Mit je einem schrägen und einem graden Schnitt über zwei der dazwischenliegenden Knospen „produzierte“ ich meinen eigenen Hortensien-Nachwuchs. Die Stecklinge dürfen bereits jetzt in meinen Beeten Wurzeln schlagen.   

Mein Mann nahm sich währenddessen eine unserer beiden Tannen vor, die nach dem letzten großen Unwetter ohnehin etwas kopflos dastanden. Ein paar beherzte Schnitte mit der Motorsäge später, nach denen die Tanne versehentlich auf der Straße und nicht in unserem Vordergarten landete, wirkt alles gleich heller, weiter, freundlicher.

Sogar im Teich ist Bewegung: Die Goldfische, wochenlang unter der Eisdecke verborgen, ziehen wieder ihre Runden, noch vorsichtig, aber sichtbar lebendig.

Es war kein spektakulärer Tag. Eher matschig, ein bisschen chaotisch wegen unserer spontanen Baumfäll-Aktion – und doch voller Vorfreude. Für mich zählt genau das schon jetzt zu einem der schönsten Glücksmomente im Jahr: der erste Gang durch unseren Garten, wenn alles noch ruhig ist (bis auf die Motorsäge meines Mannes) und trotzdem schon nach Neubeginn riecht.

Macht es euch schön!
Herzliche Grüße
Sarah

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