DIY: Treppe renovieren - von offen zu geschlossen

{"deviceangle": 0.02659531}

WARNUNG: Die folgenden Zeilen sind nichts für schwache Nerven. In aller Ausführlichkeit beschreibe ich ein Projekt aus unserem vorherigen Haus, das auf keinen Fall zur Nachahmung empfohlen wird. Es war schmutzig, hinterhältig und gemein. Wer in den kommenden Wochen lieber auf der Couch liegend seine Ruhe genießen will, anstatt fluchend im Treppenhaus zu schwitzen, sollte diesen Post auf keinen Fall lesen (und tunlichst darauf achten, dass auch der Partner ihn nicht zu lesen bekommt). Allen Anderen: viel Spaß und gute Unterhaltung!

{"deviceangle": 0.01876404}

Im ersten Moment fanden wir sie klasse. Schritt für Schritt schaffte sie es, Menschen aus komplett verschiedenen Bereichen miteinander zu verbinden. Doch leider hatten wir irgendwann genug von ihrer extrem offenen Art, weshalb das Klima zwischen uns relativ schnell abkühlte. Wir hatten genug von ihr. Es kam, wie es kommen musste: Mein Mann hat in unserem alten Haus innerhalb von zwei Monaten unsere Treppe renoviert. Nein, das ist zu wenig. Er hat sie mit viel Mühe, Schweiß und irgendwann schwindenden Nerven komplett umgestaltet und somit dem gesamten Treppenhaus neuen Charme verliehen.

{"deviceangle":0.0003317865}
Nachher: Neue Stellstufen in Weiß

Viele Trittstufen, keine Stellstufen

Unsere Treppe aus den 1980er-Jahren hatte sehr gut erhaltene, mahagonifarbene Tritt- jedoch keine
Stellstufen: Das heißt, alles, was auf einer der oberen Stufen hinabfiel, landete direkt im Keller. Im positiven Fall war das Schmutzwäsche, die ich – begleitet von einem „Achtung, Wäsche fällt“-Warnruf übers Geländer warf, damit auch ja keiner einen Schlübber auf den Kopf bekam, im negativen Fall Ohrringe oder Barbieschuhe, die – begleitet von Kinder-Gebrüll – für immer unter der Kellertreppe verschwanden. 

Weil wir ein offenes Treppenhaus hatten, blickten wir immer von unten auf die Stufen, die nach oben führten, wenn wir im Esszimmer saßen. Sie wirkte so zugig und irgendwie gar nicht mehr modern, dass wir (ich) beschlossen, der Treppe ein „Facelift“ bzw. Treppenlift zu verpassen.

treppegerüstmarcel
{"deviceangle": 0.02938357}

Stufe für Stufe

Mein Mann besorgte Holzbretter aus dem Baumarkt,

  • schnitt sie auf Treppenbreite zu, lasierte sie weiß und befestigte die Stellstufen mit kleinen Winkeln von hinten an die Trittstufen. 
  • Weitere, weiß lasierte Bretter schraubte er an die Wand: Sie bildeten die Wangen – also den Übergang von Stufen zur Wand. 
  • Dann strich mein Mann die zunächst schwarzen, dünnen Streben des Treppengeländers weiß. 

Vergebene Liebesmüh: Weil uns das noch immer nicht gefiel und wir wussten, dass es nun richtig kompliziert werden würde, warteten wir etwa ein Jahr, bis wir die Verkleidung des Geländers in Angriff nahmen.

{"deviceangle": 0.02775227}
{"deviceangle": 0.05435782}
{"deviceangle": 0.05879308}

Nach der kleinen Verschnaufpause konstruierte mein Mann ein kunstvolles Gerüst aus Holzlatten, das die alten Streben sowie den Handlauf von außen umschloss und innen einen Wäscheschacht ermöglichte. Dafür versetzte er noch „mal eben“ den einen oder anderen Lichtschalter.

An die hölzerne Ummantelung des Geländers schraubte mein Mann Rigipsplatten, in die er LED-Leuchten einbaute. Das alles erforderte bereits gehobenere architektonische und handwerkliche Kenntnisse, von denen ich bis dahin noch nicht wusste, dass mein Mann sie überhaupt besaß (und wir sind seit 2003 ein Paar).

{"deviceangle":0.002953933}
Nachher: Wäscheschacht

Rigips als Verkleidung

Als mein Mann es – unter bedenklich lautem Fluchen (die Mäuse und ich verließen währenddessen vorsichtshalber das Haus) – auf bis heute unerklärliche Weise schaffte, die „viertelgewendelte Treppe“ (so der Begriff, der selbst Fachfirmen Furcht einflößt) auch noch von unten mit eigens penibel zugeschnittenen, für mehr Biegsamkeit befeuchteten, dünnen Rigipselementen zu verkleiden, war ich extrem überrascht.

{"deviceangle":0.06219826}
Nachher: Unterseite der Decke/Treppe

Schließlich, nach vielen, vielen Abenden auf der Treppen-Baustelle, trug mein Mann einen speziellen Rollputz auf die dreifach! grundierte Rigips-Verkleidung auf.

{"deviceangle": 0.003007073}

Das war eines unserer aufwändigsten Projekte in unserem ersten Haus (bis auf die Aufzucht unserer Mäuse), dessen Ausmaß wir in der Planungsphase deutlich unterschätzt hatten. Über das Ergebnis freuten wir uns jeden Tag umso mehr: In unserem heller, zugleich wärmer und zeitgemäßer wirkenden Treppenhaus bereitete mir sogar das Treppensteigen große Freude. Die kleinen runden Lampen waren unsere persönlichen Highlights (im wahrsten Sinne…).

{"deviceangle": 0.01284168}

Den (vorerst) letzten Abschnitt der Renovierung hatte mein Mann wenige Monate später vollendet: Alle 26 Trittstufen vom obersten Flur bis in den Keller hinein strich er eigenhändig schwarz. Der vorherige rötliche Mahagoni-Ton war zwar auch recht hübsch, passte jedoch weder zu unserem Pinienboden noch zur Einrichtung. Weiß war uns zu empfindlich, also entschieden wir uns nach einigen misslungenen Honigton-Versuchen für Schwarz. Und das gefiel uns schließlich sehr, sehr gut. 

wordpress vorschaubi (1)

Na, bis hierhin durchgehalten? Danke für Eure Geduld – und die meines Mannes. 😉

Macht’s Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert